Wenn Religion zum Vorwand für Konflikte wird

Am Sonntag, 8. Februar, wollen Jüd*innen, Christ*innen und Muslim*innen gemeinsam Haltung zeigen und laden für 16 Uhr zum interreligiösen Gottesdienst „Gebete der Religionen“.

Für Sonntag, 8. Februar, um 16 Uhr laden Jüd*innen, Christ*innen und Muslim*innen für 16 Uhr in die Moschee des Verbands Islamischer Kulturzentren (VIKZ) an der Dortmunder Straße 170 in Recklinghausen-Ost ein. Das diesjährige Motto der “Gebete der Religionen” lautet: „In Würde leben können, mit Entschiedenheit handeln.“ Der Gottesdienst setzt bewusst einen Kontrapunkt zu den weltweiten Tendenzen, Religion für politische oder gesellschaftliche Konflikte zu instrumentalisieren. Dr. Jürgen Schwark aus der Vorbereitungsgruppe formuliert es so: „Die Gebete der Religionen möchten verhindern, dass die Religionen als Vorwand für Streit und Krieg missbraucht werden.“ Damit knüpft die Veranstaltung an ihren ursprünglichen Gedanken an: miteinander beten, sich gegenseitig respektieren, Hoffnung stärken und ein Zeichen gegen Spaltung setzen.

Von Assisi nach Recklinghausen: Eine lange Tradition des Dialogs

Die Idee zu solchen Begegnungen geht zurück auf das Jahr 1986, als Papst Johannes Paul II. religiöse Führer aus aller Welt nach Assisi einlud. Inspiriert davon fand in Recklinghausen kurz darauf der erste interreligiöse Gottesdienst in der Gustav‑Adolf‑Kirche statt – ein Novum für die Stadt. Seit 2000 lädt die christlich‑islamische Arbeitsgemeinschaft Recklinghausen jährlich zu den „Gebeten der Religionen“ ein. Jüd*innen, Christ*innen und Muslim*innen lesen dabei Texte aus ihrer Heiligen Schrift vor und beten in ihrer Sprache und Tradition. Eine Gruppe des VIKZ spielt Musik.

Relevanter denn je

Die gegenwärtigen Konflikte und Kriege lasse viele Menschen ratlos zurück. Der Gottesdienst möchte deshalb Mut machen und die Hoffnung stärken, dass Frieden und Versöhnung möglich bleiben. Bernhard Lübbering hebt hervor: „Wir brauchen die Hoffnung, dass Frieden und Versöhnung für alle Menschen und Völker doch kommen werden.“

Während der Corona‑Pandemie musste die lange Tradition des Wechsels zwischen Kirchen, Moscheen und Synagoge unterbrochen werden. 2022 und 2023 traf man sich zu Friedensgebeten im Garten der Religionen in Stuckenbusch, 2025 in der Evangelischen Lutherkirche an der Bochumer Straße in Süd. 2026 kehrt das gemeinsame Gebet nun wieder in eine Moschee zurück.

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